Darum schreit Deine Katze nachts

3. Juli 2024

Schreikatze -Darum schreit Deine Katze

und was Du dagegen tun kannst!


Bist Du ratlos, weil Deine Katze nachts schreit und einfach keine Ruhe möglich ist? Dann möchte ich Dir meine Patientin Silly vorstellen und berichten, wie die Schreikatze Silly wieder schlafen lernte.


„Sie schreit nachts so laut, dass keiner schlafen kann, wir sind ratlos und verzweifelt.“ Berichtet mir die Besitzerin meiner Patientin Silly. Die sitzt vor mir auf dem Praxisboden und schaut sich schweigend um. Schließlich erregt etwas ihre Aufmerksamkeit – sie steht langsam auf und geht steif, mit gebeugten Knien durch die Praxis. Sie schleift die Hinterpfoten leicht über den Boden beim Gehen. Ein Bild des Jammers.


Ich erkläre der Besitzerin, dass ich deutlich sehen kann, dass ihre Katze beim Gehen Schmerzen hat – starke Schmerzen! Das verrät mir ihre Bewegung und ihre eng gestellten Pupillen. Denn wenn der Körper Schmerzen an das Gehirn meldet, produziert die Großhirnrinde körpereigene Opioide zur Schmerzstillung. Ein typischer Nebeneffekt der Selbsttherapie: geweitete Pupillen!


Und warum schreit sie dann nachts und nicht tagsüber? Weil „Ablenkung“ Schmerzen lindert! Sind wir gedanklich mit Aufgaben beschäftigt, z.B. mit der Bewältigung von zu erledigender Arbeit am Arbeitsplatz, wird das Schmerzempfinden gemindert. Tagsüber hat Silly Ablenkung und etwas Bewegung, was bei Arthrose auch zur Linderung der Schmerzen beiträgt. Vielleicht ist tagsüber auch keiner da, dem sie ihr Leid klagen kann.


Nachts gibt es keine Ablenkung.

Da gibt es nur den schlimmen Schmerz. 

Katze im Baum

Nicht selten werden einer „Schreikatze“ niederträchtige Motive unterstellt. Vermutungen, die Katze würde nur Beschäftigung einfordern oder wolle einfach nur die „Bestimmerin“ sein, werden aus dem Freundeskreis und sogar zuweilen auch von Tierärzten geäußert.


Natürlich ist es möglich, dass der Besitzer die Katze unfreiwillig zu diesem Verhalten konditioniert hat. Die Katze könnte also gelernt haben, dass sich dieses Verhalten für sie positiv auswirkt, weil sie zur Beruhigung Aufmerksamkeit erhält oder eine Leckerei.


Doch viel häufiger hat die Katze handfeste gesundheitliche Gründe für ihr Verhalten und bevor man von ihr ein anderes Verhalten einfordert, muss unbedingt untersucht werden, aus welchem Grund die Katze nachts schreit.


Die häufigsten Gründe für nächtliches Schreien sind:


  1. Schmerzen: Erkrankungen wie Arthritis, Zahnschmerzen oder anderen gesundheitlichen Problemen lösen starke Schmerzen aus, die nachts – ohne mentale Ablenkung, besonders stark wahrgenommen werden.
  2. Demenz oder kognitive Dysfunktion Ältere Katzen können an kognitiver Dysfunktion leiden, was zu Verwirrtheit und verändertem Schlaf-Wach-Rhythmus führt.
  3. Sinnesverlust Verlust von Gehör oder Sehkraft kann bei Katzen zu Angst und Unsicherheit führen, besonders nachts.
  4. Kompensation emotionaler Notlagen Langeweile, Angst oder Trennungsangst können ebenfalls nächtliches Schreien verursachen. Veränderungen in der Umgebung können Stress und Unsicherheit verursachen, was sich im Schreien entlädt.
  5. Hormone und Fortpflanzungsverhalten Unkastrierte Katzen können nachts schreien, wenn sie paarungsbereit sind.
  6. Hunger oder Durst Stehen Futter und Wasser nicht rund um die Uhr zur Verfügung, kann die Katze nachts laut nach Nachschub verlangen.





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Als Besitzer kannst Du Deiner Katze folgende Hilfen bieten:


  • Therapeuten aufsuchen: Ein ganzheitlicher Therapeut wird aufgrund Anamnese und Befunderhebung herausfinden unter welche körperlichen oder psychischen Notlagen Deine Katze leidet und ein arznei-basiertes Therapiekonzept für sie zusammenstellen.


  • Kognitive Unterstützung: Bei Anzeichen von Demenz können spezielle Diäten, Medikamente und mentale Stimulation helfen.


  • Sicherheitsgefühl schaffen: Nutze Nachtlichter und stelle sicher, dass die Umgebung Deiner Katze vertraut und sicher ist.


  • Tagesstruktur und Beschäftigung: Sorge dafür, dass Deine Katze tagsüber genug Beschäftigung hat und eine feste Routine vor dem Schlafengehen.


  • Kastration: Lasse Deine Katze kastrieren, um hormonbedingtes Schreien zu verhindern.


  • Stressoren aus der Umwelt minimieren: Vermeide drastische Veränderungen in der Umgebung Deiner Katze, um Stress zu minimieren.


  • Ausreichende Versorgung: Stelle sicher, dass Deine Katze vor dem Schlafengehen ausreichend gefüttert und mit Wasser versorgt ist.


Nur wenn körperliche Ursachen erfolgreich behandelt wurden und emotionale Notlagen nicht mehr bestehen, kann allein eine fehlerhafte Konditionierung Ursache für dieses Verhalten sein. Und die Lösung dafür gibt es auch: Unter Anleitung einer Katzen-Verhaltenstherapeutin erlernt die Katze ein friedliches Alternativ-Verhalten, dass Mensch und Tier die verdiente Nachtruhe schenken.


An erster Stelle steht aber immer die körperliche Gesundheit und emotionale Ausgeglichenheit! Als Therapeutin wende ich zur Therapie Arzneien an, die die Ursache des Schreiens beheben und helfe den Besitzern ihrer Katze ein Umfeld zu geben, dass ihre emotionale Ausgeglichenheit fördert.



Silly schreit nicht mehr - dank ganzheitlicher Therapie


Silly ist bereits 12 Jahre alt, kastriert und Futter und Wasser stehen ihr ausreichend zur Verfügung. Das Gangbild und die verengten Pupillen deuten auf Schmerzen in Bewegungsapparat hin. Da Silly keinen Unfall erlitten hat – jedenfalls konnte die Besitzerin keinen solchen Vorfall schildern – nahm ich eine degenerative Erkrankung an. Arthrose / Arthritis erleiden sehr viele Katzen und die meisten leiden über viele Jahre stumm. Sie ziehen sich zurück, bewegen sich wenig und vermeiden so Schmerzen. Allerdings je passiver ein Schmerzpatient wird und je mehr er sich aus dem Leben zurückzieht, um so größer wird das Schmerzempfinden. Die Schmerzspirale dreht sich unendlich, bis die Katze sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als zu schreien.


Ich habe einen Therapieplan erstellt mit schmerzlindernden, entzündungshemmenden, naturheilkundlichen Arzneien für Katzen. Akupunktur und Lasertherapie wird von Katzen auch sehr gut angenommen, allerdings nur wenn sie sich wirklich krank fühlen. Lässt der Leidensdruck nach, schwindet auch die Kooperations-bereitschaft in der Behandlung. Ich nehme es als ein gutes Zeichen, dass es meiner Patientin besser geht.


Silly nahm die Therapie sehr gut an und bereits in der Nacht nach der Behandlung und der ersten Arzneigabe, schliefen Silly und ihr Menschen einen erholsamen Nachtschlaf. 


Brauchst Du auch Hilfe für Deine Schreikatze? Dann ruf mich an und vereinbare einen Termin!


PEA
von account 13. Dezember 2025
Hinweis aus der Praxis: Ich bin Tierheilpraktikerin für Hunde und Katzen im Raum Rendsburg und arbeite seit vielen Jahren mit Hunden, die unter chronischen Schmerzen, Entzündungen oder Bewegungseinschränkungen leiden. PEA ist dabei ein häufiges Thema in der ganzheitlichen Begleitung – immer eingebettet in eine individuelle Gesamtbetrachtung von Stoffwechsel, Ernährung und Nervensystem. >> Zur Tierheilpraxis Tierisch Gesund CBD war gestern? Seit einigen Jahren wird CBD-Öl häufig als Naturprodukt gegen Schmerzen, Entzündungen, allergische Reaktionen und sogar im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen empfohlen. Die Hoffnungen waren – auch in der Tiertherapie – groß. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder ein Problem: Viele Hunde und Katzen verweigern die Einnahme von CBD-Öl aufgrund des intensiven Geruchs und Geschmacks. Hinzu kommt, dass die Wirkung individuell sehr unterschiedlich ausfällt. Neue Hoffnung PEA! In den letzten Jahren rückt zunehmend Palmitoylethanolamid (PEA) i n den Fokus. Wichtig ist dabei eines gleich vorweg: PEA allein löst in der Regel nicht die Ursache eines Problems. Schmerzen, Entzündungen oder Bewegungseinschränkungen stehen häufig im Zusammenhang mit weiteren Faktoren wie: Darmgesundheit Nährstoffversorgung chronischer Stressbelastung Fehlregulationen des Nervensystems Genau hier setzt eine ganzheitliche Betrachtung an. Was ist Palmitoylethanolamid (PEA)? Palmitoylethanolamid (PEA) ist eine im Körper natürlich vorkommende Substanz aus der Gruppe der Fettsäureamide. Sie wurde bereits in den 1950er Jahren entdeckt und wird seitdem intensiv medizinisch erforscht. Das als Nahrungsergänzungsmittel erhältliche PEA wird synthetisch hergestellt. Es entsteht aus der Fettsäure Palmitinsäure und Ethanolamin. Auch wenn Palmitinsäure natürlicherweise z. B. in Palmöl vorkommt, handelt es sich bei PEA nicht um ein Naturprodukt, sondern um ein industriell hergestelltes, hochreines Pulver. PEA ist geruchs- und geschmackneutral und weist – ähnlich wie CBD – einen Bezug zum Endocannabinoid-System (ECS) auf, ohne selbst ein C annabinoid zu sein. PEA und das Endocannabinoid-System Das Endocannabinoid-System ist ein komplexes Regulationssystem im Körper von Mensch und Tier. Es spielt unter anderem eine Rolle bei: Schmerzverarbeitung Entzündungsreaktionen Immunfunktion Nervensystem PEA gilt als endocannabinoid-ähnliches Molekül und interagiert auf verschiedenen Ebenen mit diesem System. Mögliche Wirkungen von PEA In Studien und aus der praktischen Anwendung werden unter anderem folgende Effekte beschrieben: Entzündungshemmung z. B. bei Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen oder Blasenentzündungen Schmerzlinderung insbesondere bei neuropathischen und chronischen Schmerzen Neuroprotektion Hinweise auf einen schützenden Effekt auf Nervenzellen, relevant auch bei neurodegenerativen Prozessen Immunmodulation regulierende Wirkung bei überschießenden Immunreaktionen Unterstützung der Hautgesundheit z. B. bei allergischen Hautreaktionen und Juckreiz Schutz vor oxidativem Stress Unterstützung der Zellen gegenüber freien Radikalen
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